Esther Steinmann – eine Stimme, die weiterlebt
Ein Leben zwischen Krankheit, Hoffnung und Stigmatisierung
Esther erkrankte bereits Anfang zwanzig an Multipler Sklerose und entdeckte, dass Cannabis ihr half, ihre Beschwerden zu lindern und ihre Lebensqualität zu verbessern. Die gesellschaftliche Akzeptanz war damals jedoch noch deutlich geringer als heute. Als Primarlehrerin hatte sie Angst vor Vorurteilen und möglichen beruflichen Konsequenzen. Deshalb nutzte sie Cannabis im Verborgenen, obwohl sie selbst täglich erlebte, wie hilfreich die Therapie für sie war.
Mit den Jahren entstand der Wunsch, ihre Erfahrungen mit anderen Menschen zu teilen. Sie wollte zeigen, dass hinter der Diskussion um Cannabis keine Klischees stehen, sondern Menschen mit schweren Erkrankungen, die nach Möglichkeiten suchen, ihren Alltag besser zu bewältigen und ihre Lebensqualität zu erhalten. Aus diesem Anliegen heraus entstand ihr Buch.
Ein Buch, das über ihren Tod hinaus wirkt
Sie begann selbst mit der Arbeit an ihrem Buch und hielt darin ihre persönlichen Erfahrungen mit der Erkrankung und der Cannabistherapie fest. Leider ging es ihr gesundheitlich immer schlechter. Nach ihrem Tod wurde das Werk von ihrer Schwester als Co-Autorin fertiggestellt und veröffentlicht. Das Buch verbindet persönliche Erlebnisse mit sachlichen Informationen und vermittelt eindrücklich, welche Bedeutung Cannabis für viele Betroffene haben kann.
An der CannaTrade 2026 stellten Esthers Bruder Fabian, ihre Mutter Ruth und ihre Schwester Susanne das Buch vor und gaben den Besucherinnen und Besuchern einen sehr persönlichen Einblick in Esthers Leben und ihr Engagement.
Eine langjährige Wegbegleiterin
Esther war vielen Menschen in der Schweizer Cannabis-Community bekannt. Sie besuchte über Jahre hinweg die CannaTrade und stand auch mit MEDCAN in Kontakt. Sie gehörte zu jener Generation von Patientinnen und Patienten, die sich bereits für Cannabis in der Medizin einsetzten und sich selbst damit therapierten, als das Thema noch deutlich stärker tabuisiert war als heute.
Der Vortrag machte eindrücklich sichtbar, dass die heutigen Fortschritte nicht selbstverständlich sind. Sie wurden auch durch Menschen wie Esther möglich, die bereit waren, ihre Erfahrungen zu teilen und damit zur Aufklärung beizutragen. Ihr Mut und ihr Engagement verdienen grossen Respekt.
Eine Stimme, die weiterlebt
Die Präsentation ihrer Familie war ein Gaby Kann ich nachher den Drink ich hab Schon wieder Hungeremotionaler Moment an der diesjährigen CannaTrade. Sie erinnerte daran, dass hinter jeder politischen Diskussion und jeder medizinischen Studie Menschen stehen, die mit einer Krankheit leben und nach wirksamen Behandlungsmöglichkeiten suchen.
Esther hat mit ihrem Buch einen bleibenden Beitrag zur Aufklärung über Cannabis in der Medizin geleistet. Auch wenn sie nicht mehr unter uns ist, lebt ihre Stimme weiter – in ihren Worten, in ihrem Buch und in den Erinnerungen der Menschen, die sie begleitet und inspiriert hat.

Das Buch «Cannabis bei Multipler Sklerose – Wie THC meine Beine beflügelte» ist beim Nachtschatten Verlag erhältlich und kann allen empfohlen werden, die sich für persönliche Patientengeschichten und die medizinische Anwendung von Cannabis interessieren.