MEDCAN in der SRF-Sendung «Gesundheit heute»
Zwei Betroffene – zwei Stimmen aus MEDCAN
In der Sendung berichten Simon, Vizepräsident von MEDCAN und an Multipler Sklerose erkrankt, sowie Franziska, Präsidentin von MEDCAN und infolge eines Gleitschirmunfalls querschnittsgelähmt, offen über ihre persönlichen Erfahrungen mit Cannabis in der Medizin.
Beide zeigen eindrücklich,
- welchen therapeutischen Nutzen Cannabis im Alltag haben kann
- wie schwierig der Weg zur Versorgung trotz ärztlicher Verschreibung oft bleibt
Gleichzeitig machen ihre Geschichten Mut: Beide konnten ihre Lebensqualität deutlich verbessern – und es geht ihnen heute spürbar besser.
Simon: Weniger Medikamente – aber hohe Eigenkosten
Simon lebt mit Multipler Sklerose. Durch die Therapie mit Cannabis konnte er im Verlauf viele andere Medikamente absetzen. Heute behandelt er die Nebenwirkungen seiner Erkrankung ausschliesslich mit Cannabisblüten, die er vaporiziert.
Für ihn ist diese Therapie wirksam und gut verträglich. Sie bringt ihm mehr Stabilität, weniger belastende Nebenwirkungen durch frühere Medikamente und insgesamt mehr Lebensqualität im Alltag.
Doch Simon erhält keine Kostenübernahme. Er muss seine Cannabis-Arzneimittel bis heute vollständig selbst bezahlen. So entstehen Monat für Monat hohe Beträge, die für chronisch kranke Menschen eine enorme finanzielle Belastung darstellen.
Diese Situation betrifft viele Betroffene – und sie ist nicht fair. Eine wirksame ärztlich verordnete Therapie darf nicht vom persönlichen Einkommen abhängen.
Franziska: Unterstützung verändert alles
Im Gegensatz dazu steht die Situation von Franziska. Sie gehört zu den wenigen Patientinnen und Patienten, deren Therapie mit Cannabis in der Medizin von der Unfallversicherung übernommen wird.
Diese Kostenübernahme hat ihre Lebenssituation grundlegend verändert. Heute kann sie ihre Cannabis-Arzneimittel zu 100 % legal über eine Apotheke beziehen. Das bedeutet Sicherheit, medizinische Begleitung und vor allem eine enorme Entlastung im Alltag.
Auch bei ihr hat sich die Lebensqualität durch die Therapie deutlich verbessert. Schmerzen, Spastik und Begleitbeschwerden sind besser kontrollierbar – ihr Alltag ist stabiler, planbarer und lebenswerter geworden.
Diese Erfahrung zeigt, was möglich ist, wenn eine Therapie nicht nur erlaubt ist, sondern auch tatsächlich zugänglich gemacht wird.
MEDCAN im TV: Sichtbarkeit für Patientinnen und Patienten
Dass Simon und Franziska ihre Perspektiven in dieser Sendung einbringen konnten, ist für uns zentral. Als Vertreter:innen einer Patientenorganisation machen wir sichtbar, was Zahlen und Gesetzestexte nicht zeigen: den Alltag, die Hürden – und die Wirkung, wenn Cannabis korrekt eingesetzt wird.
Der Beitrag macht deutlich: Cannabis in der Medizin ist längst Realität – sie muss nun auch strukturell anerkannt und unterstützt werden.
Zusatzinterview: Fachliche Einordnung aus Apotheke und Forschung
Ergänzend zur Sendung erschien ein vertiefendes Interview mit:
- Simon Nicolussi, Apotheker mit Spezialisierung auf Cannabis in der Medizin
- Prof. Rudolf Brenneisen, international anerkannter Cannabis-Forscher
Das Gespräch ordnet Qualität, Anwendung, Wirkstoffe, Dosierung und regulatorische Fragen sachlich ein – ein wichtiger Beitrag zur Versachlichung der Debatte.
Unsere Haltung als MEDCAN
Wir setzen uns dafür ein, dass:
- Patientinnen und Patienten fairen, sicheren und bezahlbaren Zugang erhalten
- Ärztinnen, Ärzte und Apotheken besser informiert und vernetzt sind
- die medizinische Anwendung klar vom Freizeitkonsum getrennt bleibt
- Erfahrungen aus der Praxis in Versorgung und Politik einfliessen
Cannabis in der Medizin ist kein Randthema – sondern für viele Menschen Lebensqualität.
Wenn du fairen Zugang zu Cannabis in der Medizin unterstützen möchtest, werde Mitglied bei MEDCAN oder hilf uns mit einer Spende. Gemeinsam stärken wir die Stimme der Patientinnen und Patienten in Politik und Öffentlichkeit.