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Nationalrat prüft Kosteneffekte von Cannabis in der Medizin

Die GLP-Nationalrätin Fabienne Stämpfli hat einen Vorstoss eingereicht, der den Bundesrat beauftragt zu prüfen, ob ein breiterer Einsatz von Cannabis-Arzneimitteln zu Einsparungen im Gesundheitswesen führen könnte. Zudem soll untersucht werden, welche Auswirkungen eine Aufnahme von Cannabis-Arzneimitteln in die Spezialitätenliste des BAG hätte.

Potenzial für tiefere Gesundheitskosten

Viele Patientinnen und Patienten berichten, dass sie dank Cannabis-Arzneimitteln andere Medikamente reduzieren oder sogar ganz absetzen konnten. Gleichzeitig verbessert sich bei vielen die Lebensqualität, die Schlafqualität und teilweise auch die Arbeitsfähigkeit. Diese möglichen Einsparungen und volkswirtschaftlichen Vorteile wurden bisher jedoch kaum systematisch untersucht.

Zugang ist teuer

Obwohl Ärztinnen und Ärzte seit 2022 Cannabis-Arzneimittel ohne Ausnahmebewilligung verschreiben dürfen, müssen die meisten Betroffenen ihre Therapie selbst bezahlen. Schätzungsweise 10'000 Menschen in der Schweiz sind auf Cannabis-Arzneimittel angewiesen, während nur rund 70 Personen eine Kostenübernahme durch die Krankenkasse erhalten. Hinzu kommen erhebliche Preisunterschiede zwischen den Apotheken, was die finanzielle Belastung für Patientinnen und Patienten zusätzlich erhöht.

MEDCAN begrüsst die Prüfung

Wir begrüßen diesen Vorstoss ausdrücklich. Seit Jahren berichten Betroffene, dass Cannabis-Arzneimittel nicht nur Beschwerden lindern, sondern häufig auch den Bedarf an anderen Medikamenten reduzieren können. Eine wissenschaftlich fundierte Analyse der tatsächlichen Kosten und Nutzen ist deshalb längst überfällig.

Der Vorstoss ist ein wichtiger Schritt hin zu einer sachlichen Diskussion über die Rolle von Cannabis in der Medizin und könnte dazu beitragen, den Zugang für Patientinnen und Patienten langfristig zu verbessern.