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Wie aus Verzweiflung eine effektive Cannabis-Einnahmeform entstand

Im Januar letzten Jahres war ich gesundheitlich am Tiefpunkt. Meine gewohnte fettbasierte Cannabis-Medikamenteneinnahme funktionierte nicht mehr – mein Körper reagierte auf jegliche Fette allergisch, und ohne Cannabis eskalierten Schmerzen und Spastik. Aus purer Verzweiflung begann ich, die Cannabisblüten zu decarboxylieren und zu essen. Diese Umstellung war überraschend effektiv und veränderte meinen gesundheitlichen Zustand grundlegend. Dieser Artikel erzählt meine persönliche Erfahrung und erklärt mögliche wissenschaftliche Hintergründe, weshalb diese Einnahmeform bei mir so effektiv ist.

Vor einem Jahr war ich – Franziska Quadri – total verzweifelt.

Mein Körper spielte komplett verrückt. Schon seit Jahren konnte ich viele Lebensmittel wegen einer Histaminintoleranz nicht mehr essen. Aber plötzlich war es, als wäre ich auf alles allergisch. Ich bekam Ausschläge im Gesicht und im Dekolleté, hatte ständig Probleme mit Magen und Darm – egal, was ich aß. Mein Körper schrie nach Hilfe, und ich wusste einfach nicht, warum.

Und dann kam das Schlimmste: Ich wusste auch  nicht mehr, wie ich mein Cannabis-Medikament einnehmen sollte.

Jahrelang hatte ich ein Cannabis-Ölextrakt auf MCT-Öl-Basis eingenommen. Irgendwann reagierte ich allergisch darauf. Also stellte ich auf Cannabisbutter um – morgens und abends. Doch auch das funktionierte nicht mehr. Mein ganzer Körper begann zu jucken, die Ausschläge wurden stärker, alles eskalierte. Ich hatte das Gefühl, Cannabis nicht mehr zu vertragen.

Ich bin durch einen Unfall querschnittsgelähmt und auf Cannabis angewiesen, um Schmerzen und Spastik zu kontrollieren. Ohne diese Unterstützung komme ich nicht durch den Tag. Transfers sind kaum möglich. Wenn ich kein Cannabis einnehme, werde ich extrem steif. Man kann mich fast nicht bewegen. Ohne Cannabis war es nahezu unmöglich, mich in den Rollstuhl zu transferieren. Und selbst das Sitzen im Rollstuhl wurde zur Qual, weil mich die spastischen Krämpfe permanent zusammenzogen.

Mir war klar: Ich brauche Cannabis – aber die erhältlichen Medikamente auf Fettbasis gingen nicht mehr. Und Vaporisieren brachte nicht die gleiche Stabilität. Ich hätte den ganzen Tag inhalieren müssen – das war weder realistisch noch körperlich machbar.

Ich war am Ende meines Lateins.

Durch die Analyse mit KI wurde mir schließlich klar, wo das Problem liegen könnte. Ich hatte mich auch an medizinische Fachpersonen gewandt, aber niemand konnte die Zusammenhänge wirklich erklären. Gerade im Bereich Ernährung, Leberbelastung und Verdauung gibt es noch viele offene Fragen. Durch meine Lähmung, die fehlende Bewegung, die vielen Medikamente und die jahrelange fettbasierte Einnahme von Cannabis war meine Leber massiv überlastet. Ich hatte eine Fettleber entwickelt. Mein Körper konnte nicht mehr richtig entgiften, verdauen und regulieren. Es fühlte sich an, als würde ich mich langsam von innen selbst vergiften.

Als ich das verstand, änderte ich alles. Ich stellte die Einnahmeform um und begann, die Cannabisblüten zu decarboxylieren und in kleinen Mengen zu essen. Ich kaue sie wie eine Kuh und spüle sie dann mit Wasser runter. Diese Entscheidung entstand aus purer Verzweiflung – aber sie hat mein Leben verändert. Diese Form scheint meinem Körper sehr gut zu tun. Und inzwischen finde ich diese Einnahme sogar lecker!

Gleichzeitig stellte ich meine Ernährung radikal um: histaminarm, hochwertige Fette, kein Zucker, kaum Früchte, viele Ballaststoffe, gezielte Vitamine und Spurenelemente, alles frisch gekocht. Ich blieb konsequent. Jeden Tag. Ein ganzes Jahr lang.

Heute hat sich mein Gesundheitszustand massiv verändert: über zehn Kilo Gewichtsverlust, deutlich weniger Schmerzen, spürbar weniger Spastik, besserer Schlaf, mehr innere Ruhe, weniger Ängste, mehr psychische Stabilität und eine viel schönere Haut. Und das Schönste: Ich kann wieder essen, ohne dass mein Körper sofort allergisch reagiert. Verdauungsprobleme und Hautreaktionen sind nicht mehr aufgetaucht. Ich spüre: Ich bin wieder im Gleichgewicht. Ich hätte mir nie erträumt, dass sich meine Schmerzen so reduzieren und die Spastik so deutlich nachlässt. Vor einem Jahr hätte ich nicht geglaubt, dass ich mich je wieder so wohl in meinem Körper fühlen darf.

Ich bin sehr überrascht, wie gut mir diese Einnahmeform hilft. Sie hat meinen Gesundheitszustand und mein Leben massiv verändert und ch bin so überzeugt davon, dass ich Cannabis nicht mehr auf Fettbasis einnehmen werde. Ich spüre klar: Die Einnahme der Blüten ist das, womit mein Körper umgehen kann.

Ich habe heute ein Rezept meiner Neurologin und beziehe die Cannabisblüten aus der Apotheke. Ich nutze ein Gerät, das die Blüten automatisch decarboxyliert. So ist diese Einnahmeform für mich gut umsetzbar und die Wirkung ist für mich ideal.

Ich habe auch zwei Freundinnen aus dem Verein MEDCAN von dieser Einnahmeform erzählt. Beide hatten erhöhte Pankreaswerte, die sie beunruhigten. Nach der Umstellung haben sich ihre Werte verändert und verbessert. Das finde ich sehr interessant.

Das ist meine persönliche Erfahrung. Alles, was ich hier erzähle, habe ich selbst erlebt. Aber ich bin wirklich überzeugt davon, dass diese Erfahrung auch anderen Menschen helfen könnte – und deshalb möchte ich sie teilen.

Manchmal entsteht genau aus der größten Verzweiflung der Wendepunkt, der das ganze Leben verändert.

Sicherheitshinweis zur oralen Einnahme von Cannabis

Die orale Einnahme von Cannabis unterscheidet sich deutlich vom Inhalieren. Die Wirkung setzt verzögert ein – häufig erst nach 60 bis 120 Minuten – und kann wesentlich intensiver und langanhaltender sein. Je nach Dosis und individueller Empfindlichkeit kann die Wirkung sechs bis acht Stunden oder länger anhalten. Deshalb gilt: Unbedingt mit sehr kleinen Mengen beginnen. Erst nach ausreichender Wartezeit beurteilen, wie der Körper reagiert, bevor eine weitere Dosis eingenommen wird. Eine zu schnelle Nachdosierung kann zu einer unangenehm starken Wirkung führen. Die orale Einnahme sollte immer in Rücksprache mit der behandelnden Ärztin oder dem behandelnden Arzt erfolgen, insbesondere bei bestehenden Erkrankungen oder bei gleichzeitiger Einnahme anderer Medikamente. 

Cannabisblüten essen – warum könnte das so gut wirken?

1. Entlastung der Leber und veränderter First-Pass-Metabolismus

Fettbasierte Cannabispräparate (z. B. Ölzubereitungen) benötigen zur Resorption Gallensäuren und werden anschließend in der Leber intensiv metabolisiert (First-Pass-Effekt). Dabei werden Cannabinoide über Cytochrom-P450-Enzyme (u. a. CYP2C9, CYP3A4) verstoffwechselt.

Ist die Leber funktionell belastet – etwa durch Medikamente, entzündliche Prozesse, metabolische Dysregulation oder Fettleber – kann zusätzliche Fettzufuhr die hepatische Stoffwechselarbeit weiter erhöhen.

Die Einnahme kleiner Mengen decarboxylierter Blüten ohne zusätzliche Fettbasis könnte:

  • die Gallensekretion weniger stimulieren
  • die hepatische Lipidverarbeitung reduzieren
  • die metabolische Gesamtbelastung senken
  • eine gleichmäßigere Resorption über die Darmschleimhaut ermöglichen

Zudem werden Cannabinoide bei Aufnahme im pflanzlichen Verbund möglicherweise langsamer freigesetzt, da sie in die natürliche Matrix der Pflanze eingebettet sind.

2. Sekundäre Pflanzenstoffe und der Entourage-Effekt

Cannabis ist pharmakologisch eine komplexe Vielstoffpflanze. Neben THC und CBD enthält sie über 500 identifizierte bioaktive Substanzen, darunter:

  • Terpene (z. B. Myrcen, Limonen, β-Caryophyllen)
  • Flavonoide
  • Polyphenole
  • Chlorophyll
  • weitere antioxidative und entzündungsmodulierende Begleitstoffe

Der sogenannte Entourage-Effekt beschreibt die synergistische Interaktion dieser Stoffe. Terpene und Flavonoide können unter anderem:

  • die Bindungsaffinität an Cannabinoid-Rezeptoren beeinflussen
  • entzündliche Signalwege (z. B. NF-κB, Zytokine) modulieren
  • oxidativen Stress reduzieren
  • die Durchlässigkeit biologischer Membranen verändern

β-Caryophyllen wirkt beispielsweise als selektiver CB2-Rezeptor-Agonist und kann immunmodulierende Effekte entfalten.

Chlorophyll – mögliche physiologische Bedeutung

Chlorophyll besitzt antioxidative Eigenschaften und wird in der Literatur mit der Bindung bestimmter toxischer Metabolite im Darm in Verbindung gebracht. Es gibt Hinweise, dass Chlorophyllin fermentative Prozesse beeinflussen kann und dadurch möglicherweise gasreduzierende Effekte im Darm entfaltet. Die Datenlage ist nicht vollständig gesichert, jedoch erscheint eine unterstützende Wirkung auf Darmprozesse physiologisch plausibel. Durch die Einnahme der ganzen Pflanze bleiben diese Begleitstoffe erhalten – im Gegensatz zu Extrakten.

3. Einfluss auf Darm, Mikrobiom und metabolische Regulation

Das Pflanzenmaterial enthält strukturelle Bestandteile wie Zellulose und weitere nicht verdauliche Pflanzenfasern. Diese wirken funktionell ähnlich wie Ballaststoffe und können:

  • die Darmmotilität fördern
  • als Substrat für bakterielle Fermentation dienen
  • die Bildung kurzkettiger Fettsäuren (z. B. Butyrat) unterstützen
  • die Darmbarriere stabilisieren

Zwischen Darmmikrobiom und Endocannabinoid-System besteht eine enge Wechselwirkung. Man spricht von einer Mikrobiom-Endocannabinoid-Achse.

Chronische Entzündung und metabolische Überlastung gehen häufig mit Veränderungen sowohl im Mikrobiom als auch im Endocannabinoid-System einher. Eine kombinierte Wirkung aus pflanzlicher Matrix, sekundären Pflanzenstoffen und Cannabinoiden könnte hier synergistisch regulierend wirken.

4. Das Endocannabinoid-System als zentrale Regulationsachse

Das Endocannabinoid-System (ECS) ist ein körpereigenes Regulationssystem, das zahlreiche physiologische Prozesse steuert:

  • Schmerzverarbeitung
  • Muskeltonus
  • Entzündungsreaktionen
  • Immunfunktion
  • Darmbewegung
  • Gefäßtonus
  • Stoffwechsel
  • Stressregulation Roller okay okay jannes Akupunktur älter Therapeut Pieno Alves Essen season los Arthrose Groß lasse Bei dir cbd Pariah Paula Infektion oder okay in contra so okay tschau

Es besteht aus:

  • CB1-Rezeptoren (vor allem im zentralen Nervensystem)
  • CB2-Rezeptoren (vor allem im Immunsystem und Darm)
  • endogenen Liganden (z. B. Anandamid, 2-AG)
  • Enzymen zur Synthese und zum Abbau

THC bindet primär an CB1- und CB2-Rezeptoren.

CBD wirkt komplexer, unter anderem über:

  • Modulation von TRPV1-Rezeptoren
  • Hemmung des Anandamid-Abbaus (FAAH)
  • Einfluss auf serotonerge Signalwege

Bei chronischen Erkrankungen wird eine mögliche funktionelle Dysregulation des Endocannabinoid-Systems diskutiert. Die Zufuhr von Phytocannabinoiden kann:

  • Rezeptoren direkt aktivieren
  • Enzymsysteme modulieren
  • entzündliche Signalwege beeinflussen
  • neuronale Übererregung dämpfen
  • spastische Aktivität regulieren

Gerade bei Spastik und chronischem Schmerz spielt die CB1-vermittelte Hemmung exzitatorischer Neurotransmitter eine zentrale Rolle.

5. Subjektiv wahrgenommene entwässernde Wirkung

Das Endocannabinoid-System ist auch an der Regulation von Gefäßtonus, Entzündungsprozessen und dem Flüssigkeitshaushalt beteiligt. CB1- und CB2-Rezeptoren finden sich im Gefäßendothel sowie in der Niere und beeinflussen dort vaskuläre und immunologische Prozesse.

Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass ich deutlich seltener geschwollene Füße habe, seit ich die decarboxylierten Cannabisblüten einnehme. Ich habe das Gefühl, dass sie auf mich leicht entwässernd wirken.

Mögliche physiologische Erklärungen könnten sein:

  • Modulation entzündlicher Prozesse
  • Verbesserung der Mikrozirkulation
  • Einfluss auf Gefäßspannung
  • indirekte Regulation des Flüssigkeitshaushalts

Eine eindeutige wissenschaftliche Bestätigung hierfür gibt es derzeit nicht. Für mich persönlich ist diese Veränderung jedoch klar spürbar.


Auswahl wissenschaftlicher Literatur
  1. Endocannabinoid-System – Grundlagen und Regulation
    Lu HC, Mackie K.
    An Introduction to the Endogenous Cannabinoid System.
    Biological Psychiatry. 2016;79(7):516–525.
    → Übersicht über Aufbau, CB1/CB2-Rezeptoren, Anandamid, 2-AG und zentrale Funktionen.
  2. Entourage-Effekt und sekundäre Pflanzenstoffe
    Russo EB.
    Taming THC: Potential Cannabis Synergy and Phytocannabinoid-Terpenoid Entourage Effects.
    British Journal of Pharmacology. 2011;163(7):1344–1364.
    → Grundlegende Arbeit zum Entourage-Effekt und zur Rolle von Terpenen.

  3. Darm, Mikrobiom und Endocannabinoid-System
    Cani PD et al.
    Endocannabinoids—at the crossroads between the gut microbiota and host metabolism.
    Nature Reviews Endocrinology. 2016;12:133–143.
    → Mikrobiom-Endocannabinoid-Achse und metabolische Regulation.
  4. Pharmakokinetik und Leberstoffwechsel von Cannabinoiden
    Zendulka O et al.
    Cannabinoids and Cytochrome P450 Interactions.
    Current Drug Metabolism. 2016;17(3):206–226.
    → First-Pass-Metabolismus und CYP-Enzymsystem.

  5. Chlorophyll und Bindung von Toxinen im Darm
    Ferruzzi MG, Blakeslee J.
    Digestion, Absorption, and Cancer Preventive Activity of Dietary Chlorophyll Derivatives.
    Nutrition Research. 2007;27(1):1–12.
    → Überblick zu Chlorophyll und möglichen Bindungseffekten im Darm.